Konzeption
Naja, also für jeden, den es interessiert und auch der Vollständigkeit halber haben wir die Konzeption des Jugendzentrums Hechingen dieser Site beigefügt.

Viel Spass beim lesen!

1. VORBEMERKUNGEN

1.1 Lagebeschreibung von Hechingen / Stadtgebiet

Die Stadt Hechingen war bis 1973 eine eigenständige Kreisstadt und wurde mit der Gemeindereform in den neuen Landkreis Zollernalbkreis übernommen. Sie liegt nun am östlichen Rand des Zollernalbkreises und besteht aus einem großen Kernstadtbereich und den acht angeschlossenen Teilgemeinden. Die Zahl der EinwohnerInnen im Kernstadtbereich beträgt 12.568 und in den Teilgemeinden wohnen zusammen 6.990 Personen, so daß im Stadtgebiet Hechingen insgesamt 19.558 Personen wohnhaft sind.

1.2 Beschreibung der Trägerin / Stadt Hechingen

Die Stadt Hechingen ist Trägerin der offenen Jugendarbeit. Die Stadtverwaltung Hechingen gliedert sich in mehrere Abteilungen. Die städtische offene Jugendarbeit ist der Abteilung 3, Ordnungs- und Sozialamt, Teilbereich 3.1, soziale Einrichtungen zugeordnet.

1.3 Ziele und Aufgaben der Konzeption

Die Konzeption bezieht sich auf die städtischen Einrichtungen der offenen Jugendarbeit. Sie soll die gesamte pädagogische Arbeit in diesen Einrichtungen beschreiben und einen Rahmen für die Organisation der pädagogischen Arbeit darstellen. Dieser verbindliche Rahmen soll helfen, die Ziele und Inhalte aufeinander abzustimmen. Die Konzeption ist in ihrer Gesamtheit eine Orientierungshilfe für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der offenen Jugendarbeit und soll auch von diesen mitgestaltet werden. Sie beinhaltet deshalb sowohl die Zielvorstellungen der Arbeit als auch die umfassende Beschreibung der Tätigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gleichzeitig soll sie aber auch Raum für pädagogische Alternativen und Auseinandersetzung mit pädagogischen Problemen lassen. Da die Einrichtungen der offenen Jugendarbeit und diese Konzeption in gesamtgesellschaftlichem Rahmen zu sehen sind, richtet sich die Konzeption neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch an die Trägerin der offenen Jugendarbeit und an die Öffentlichkeit, also an die gesamtstädtische Bevölkerung.

Die offene Jugendarbeit der Stadt Hechingen ist überparteilich und überkonfessionell gestaltet. Sie soll allen Jugendlichen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihres Familienstandes, ihrer Hautfarbe und ihrer Kenntnisse dieselben Chancen geben. Bei der Arbeit im Rahmen der Konzeption ist die Würde und Integrität jedes Jugendlichen zu wahren und zu achten. Bei der Auslegung der Konzeption ist die freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland zu beachten.

2. ALLGEMEINER TEIL

2.1 Jugendarbeit heute

Die Pluralisierung unserer Gesellschaft und die gleichzeitige Individualisierung von Lebenslagen und Lebensstilen bedeutet eine einschneidende Veränderung für Jugendliche. Auf der einen Seite eröffnen diese Veränderungen den Jugendlichen einen großen Freiraum und damit verbunden vielseitige Entwicklungsmöglichkeiten. Andererseits bedingt diese Komplexität aber eine zunehmend erschwerte Orientierung bei der Findung des individuellen Lebensstils und Lebensziels. Erschwerend hinzu kommt ein oft eng begrenzter finanzieller und gesellschaftlicher Rahmen, in dem sich Jugendliche bewegen können und müssen.

Deshalb steht die offene Jugendarbeit vor zwei großen aktuellen Herausforderungen. Zum Einen haben Jugendliche kaum mehr ein traditionelles Lebensmuster oder Milieu sprich Familie und sind deshalb auf außerfamiliäre Orientierung und soziale Integration angewiesen.

Zum Anderen muß die offene Jugendarbeit Verständnis für die momentane gesellschaftliche Situation bei Jugendlichen wecken. Denn die Zahl der arbeitslosen Mitmenschen wird sich in der Zukunft kaum verringern, so da sich die ökonomische Situation der Jugendlichen mehrheitlich verschlechtern wird. Dadurch müssen Lösungsmöglichkeiten und Verhaltensmuster geschaffen werden, die einer sozialen Gefährdung von Jugendlichen entgegenwirken.

In der heutigen Zeiten haben immer mehr Jugendliche das Bedürfnis, Angebote sporadisch nach Lust und Laune oder in Abhängigkeit von Ort und Anbieter in Anspruch zu nehmen.

Eine sogenannte soziale Verweigerungshaltung trifft vor allem Vereine und Verbände, die Jugendarbeit in einem regelmäßigen Rhythmus oder mit einem bestimmten Ziel anbieten. In dieser Zeit kommt der offenen Jugendarbeit eine besondere Rolle zu. Sie wird zum Einen versuchen, Jugendliche, die sich offensichtlich verweigern, aus der Reserve zu locken, und muß zum Anderen darauf bedacht sein, aus diesem Potential von Jugendlichen immer wieder einen Teil den Angeboten der Vereine und Verbände zuzuführen.

2.2 Pädagogische Grundlagen

Die offene Jugendarbeit muß fachlich unabhängig von politischen Entwicklungen auf die Bedürfnisse der Jugendlichen reagieren können.

Alle Jugendlichen haben denselben Anspruch auf Förderung und Erziehung im Rahmen ihrer Möglichkeiten, um sich frei zu entfalten. Unsere Aufgabe ist es, in Zusammenarbeit mit dem Elternhaus und Institutionen eine optimale Förderung für Jugendliche aufzubauen und ihnen den größtmöglichen Grad an Selbstverantwortung und Selbständigkeit im Denken und Handeln des täglichen Lebens zu vermitteln. Unser Bestreben ist der Aufbau von Wissen und das Aneignen von Fähigkeiten, um Jugendlichen Hilfe zur Selbsthilfe näherzubringen. Beides zusammen soll ihnen den Umgang im Zusammenleben mit anderen Menschen erleichtern oder ermöglichen. Hieraus ergeben sich die Ziele im sozioemotionalen Bereich : Zum Einen möchten wir die Persönlichkeitsentwicklung fördern, so da Jugendliche Wünsche äußern und eigenverantwortlich danach handeln ; aber gleichzeitig auch Kritik annehmen und Kritik üben können. Zum Anderen möchten wir die Gemeinschafts- und Gruppenfähigkeit stärken, so da Jugendliche im Umgang innerhalb einer Gruppe fair

und verantwortungsvoll sein können. Im kognitiven Bereich bedeutet das die Förderung von natürlicher Neugierde zum Sammeln von Erfahrungen und Verstehen von Abläufen.

2.3 Rechtliche Grundlagen

Die Jugendarbeit als Förderungsangebot gehrt zum Leistungsspektrum der Jugendhilfe.

Die ? 11 und 12 SGB VIII ( Kinder und Jugendhilfegesetz ) beschreiben die Ziele und den Rahmen der Jugendarbeit. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz bezieht als Adressatengruppe der Kinder- und Jugendarbeit alle Menschen im Alter von 6 - 27 Jahren mit ein, also Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nach der Definition des 7 SGB VIII. Die Jugendarbeit steht in diesem Gesetzbuch gleichwertig neben den anderen Leistungen der Jugendhilfe und ist damit keine freiwillige Aufgabe mehr, sondern gehrt zu den Pflichtaufgaben des örtlichen Jugendhilfeträgers. Dies ist der Zollernalbkreis, der nach 79 SGB VIII für die Erfüllung der Aufgaben die Gesamtverantwortung einschließlich der Planungsverantwortung trägt. Er muß gewährleisten, da die zur Erfüllung der Aufgaben erforderlichen und geeigneten Einrichtungen, Dienste und Veranstaltungen rechtzeitig und ausreichend zur Verfügung stehen. Da der Landkreis die Begriffe erforderlich und ausreichend sicher nicht extensiv auslegen will, bleibt es der Stadt Hechingen weiterhin selbst überlassen, die erforderlichen und ausreichenden Maßnahmen zur Verfügung zu stellen und natürlich auch zu finanzieren. So wird die Jugendarbeit nach 69 Absatz 5 SGB VIII an die Stadt Hechingen delegiert, welche sich mit den Einrichtungen Jugendzentrum und Stadtjugendpflege im Bereich offene Jugendarbeit bereits fest etabliert hat.

3. BESTEHENDE EINRICHTUNGEN

3.1 Jugendzentrum

Die Stadt Hechingen betreibt ein Jugendzentrum, das allen Jugendlichen der Stadt offensteht. Auch Jugendliche aus der Umgebung können das Jugendzentrum besuchen. Es wird als Einrichtung der Stadt Hechingen geführt. Somit unterliegt es der vom Stadtrat festgelegten Gesamtkonzeption sowie etwaigen weiteren Rahmenrichtlinien und natürlich den direkten Weisungen der Stadtverwaltung. Das Angebot ergänzt das bereits bestehende Angebot der Jugendarbeit in den Vereinen und Verbänden. Die Begegnungsmöglichkeit soll durch Gruppenarbeit, Kursangebote und Freizeitangebote einen eigenen Charakter entwickeln. Neben dem offenen Betrieb soll dieses Angebot in Zusammenarbeit mit den in der Stadt vorhandenen Jugendorganisationen entwickelt werden. Die Stadt Hechingen stellt die Leitung des Jugendzentrums und weitere pädagogische Fachkräfte zur Verfügung. Das Fachpersonal ist für die inhaltliche Arbeit im Jugendzentrum gegenüber der Stadtverwaltung voll verantwortlich. Die Räumlichkeiten des Jugendzentrums werden von der Stadt eingerichtet und unterhalten. Die genaue Ausstattung der Rume liegt im Ermessen der pädagogischen Fachkräfte und der momentanen Besucherschaft des Jugendzentrums. Die Räumlichkeiten umfassen einen Werkraum, ein Fotolabor, eine Küche, einen Büroraum, Videoraum, Gruppenraum, Veranstaltungsraum mit Bühne, eine Diskothek, einen Flur sowie ein Café. Der Besucherkreis umfasst die Altersgruppe

von 12 - 27 Jahren. ältere Personen können jedoch als Gäste zugelassen werden. Die Öffnungszeiten werden in Absprache mit der Stadtverwaltung festgelegt. Der Besuch des Jugendzentrums ist für alle Jugendlichen unentgeltlich. Es bleibt jedoch vorbehalten, bei aufwendigeren Angeboten und Veranstaltungen einen angemessenen Unkostenbeitrag zu erheben.

3.2 Jugendpflege

Nachfolgend wird die Bezeichnung Jugendpflege, obwohl diese im Sozialgesetzbuch VIII nicht mehr auftaucht, verwandt für eine Einheit aus Kinder- und Jugendreferaten, Abteilungen für Kinder- und Jugendarbeit, Kinder- und Jugendbüros usw.

Die Besetzung der Stellen durch pädagogische Fachkräfte mit Fachhochschul- oder gar Hochschulabschluss ist zwingend notwendig. Der Jugendpflege kommt eine übergeordnete Funktion zu, die sich in der Dienstaufsicht und Fachaufsicht gegenüber den in der offenen Jugendarbeit tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausdrückt. Im kommunalen Bereich ist die Jugendpflege eine Querschnittsaufgabe, was sich unter anderem noch durch die Vernetzung mit anderen Einrichtungen und pädagogischen Fachkräften verstärkt. Sie koordiniert und plant die Angebote in der örtlichen Jugendarbeit und bezieht dabei die Aktivitäten der freien Träger und Vereine mit ein. So soll die Verbands- und Jugendgruppenarbeit aktiviert und die Vereinsarbeit gemäß? dem Subsidiarittsprinzip angeregt werden. Die Angebote sind immer in Ergänzung zu Vereinsangeboten und Angeboten der freien Träger zu sehen, so dass die Selbständigkeit und Eigenverantwortung der anderen Anbieter gewahrt wird. Die wichtigsten Aufgaben der Jugendpflege sind :

Unterstützung, Beratung und Förderung freier und öffentlicher Träger in Jugendfragen

Koordination und Vernetzung von Angeboten und Trägern in Arbeitskreisen usw.

Durchführung eigener Angebote, Ferienprogramme usw.

Organisation von Gruppenarbeit, Freizeiten und offene Arbeitsformen

Aus- und Fortbildungsangebote für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Bildungs-, Beratungs- und Freizeitangebote für gesellschaftlich benachteiligte Gruppen

Förderung des jugendkulturellen Angebotes

Die Geschäftsstelle der Jugendpflege ist im Jugendzentrum untergebracht, damit Jugendlichen der Zugang erleichtert wird. Das organisatorische Ganze unter dem Dach der Jugendpflege beseitigt Unsicherheiten in der Kontaktaufnahme mit Jugendlichen, da die Aufgabenverteilung in eventuell zwei Büros usw. nicht erst erklärt werden muss. Das Gesamtpaket der jugendpflegerischen Maßnahmen kann an einer Anlaufstelle abgefragt, verändert und bedient werden.

Die räumliche Nähe zueinander begünstigt zudem den formellen und informellen Austausch der pädagogischen Fachkräfte über die Arbeit.

3.3 Aufbau der Stellenverteilung

Die Stadtjugendpflege ist mit einer männlichen pädagogischen Fachkraft mit einem Beschäftigungsumfang von 50 % beziehungsweise 19,25 Wochenarbeitsstunden besetzt.

Im Jugendzentrum ist eine männliche pädagogische Fachkraft als Einrichtungsleiter mit einem Beschäftigungsumfang von 50 % beziehungsweise 19,25 Wochenarbeitsstunden eingestellt.

Als pädagogische Fachkräfte zur Organisation der Mädchenarbeit, des offenen Betriebes, der Projekte, Veranstaltungen usw. ist eine Mitarbeiterin mit einem Beschäftigungsumfang von 75 % beziehungsweise 28,875 Wochenarbeitsstunden und ein Mitarbeiter mit einem Beschäftigungsumfang von 50 % beziehungsweise 19,25 Wochenarbeitsstunden angestellt. Die Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Aufgabenbereiche wird zwischen den Fachkräften abgesprochen und aus aktuellem Anlass immer wieder verändert. Die Büro- und Verwaltungsarbeiten für die Stadtjugendpflege und das Jugendzentrum macht eine Mitarbeiterin mit einem Beschäftigungsumfang von 25 % beziehungsweise 9,625 Wochenarbeitsstunden.

Der Zivildienstleistende mit einer 100 % Anstellung beziehungsweise 40 Wochenarbeitsstunden betreut das Jugendzentrum als Handwerker und Hausmeister. Ferner steht er der Stadtjugendpflege für entsprechende Aufgaben zur Verfügung.

Honorarkräfte und Ehrenamtliche unterstützen die Jugendarbeit stundenweise.

Die Verteilung der Arbeitszeit und Aufgaben auf verschiedene Stellen hat den Vorteil, dass gruppen- und geschlechtsspezifische Bedürfnisse der Jugendlichen auf verschiedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilt werden können und somit eine adäquatere Zusammenarbeit möglich ist. Die angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen sich aber trotzdem als eine zusammengehörige Einheit unter dem Dach der Jugendpflege. Die genaue Verteilung der Aufgaben ergibt sich aus den Arbeitsplatzbeschreibungen der einzelnen Stellen.

4. ORGANISATION

4.1 Mitwirkung

Die Jugendpflege ist an der Planung von Angeboten und Angebotsstrukturen für Jugendliche direkt zu beteiligen, da sie die Interessenvertretung für Jugendliche wahrnimmt. Zur Festsetzung von Prioritäten in der Jugendarbeit soll die Jugendpflege jeweils gehrt werden. Die Beteiligung der Jugendpflege bei der Aufstellung des kommunalen Haushaltsplanes im Bereich Jugendarbeit ist unerlässlich.

4.2 Teamarbeit

Die Koordinierungsaufgaben innerhalb den Einrichtungen der offenen Jugendarbeit übernimmt die öffentliche Teamsitzung. Das Team unter dem Dach der Jugendpflege sieht die Jugendarbeit als eine verbindende übergreifende Aufgabe und bewältigt diese in enger Kooperation. In den regelmäßigen gemeinsamen Teamsitzungen wird die interne Arbeitsteilung und Zuordnung bestimmter Aufgaben und Schwerpunkte selbst organisiert. Die organisatorische Einheit Jugendpflege erhöht den Reflektionsgrad der pädagogischen Arbeit und garantiert so ein reibungslos funktionierendes Ganzes der pädagogischen Maßnahmen. Die Reibungsverluste durch Kompetenzabgrenzungen in den jeweiligen Zuständigkeiten werden minimiert, da ein Austausch auf dem kurzen Dienstwege möglich ist und eine sporadische Arbeitsüberlastung durch den Einsatz der Teamkolleginnen und Teamkollegen abgefangen werden kann. Dies gilt analog im Krankheits- oder Urlaubsfall.

Grundlage der Arbeit in einer Einrichtung ist die Teamarbeit auf der Basis der in einer
Konzeption festgelegten Erziehungsziele. Gute Teamarbeit setzt den Willen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Zusammenarbeit voraus. Sie erfordert einen kooperativen Arbeitsstil, sowie einen guten Informationsfluss innerhalb der Einrichtung. Die Teamarbeit soll durch gemeinsame Absprachen, Abwägen der Arbeitsschwerpunkte und Berücksichtigung der jeweils erforderlichen Maßnahmen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am gesamten pädagogischen Prozess beteiligen. Die Teamsitzung der hauptamtlichen pädagogischen Fachkräfte, des Zivildienstleistenden und der Praktikantinnen und Praktikanten soll mindestens einmal wöchentlich stattfinden. Eine weitere Besprechungsebene ist die Sitzung mit den ehrenamtlichen Kräften und den Honorarkräften, die mindestens einmal monatlich stattfinden soll. Die Ziele der Besprechungen sind : intensiver Informationsaustausch, Absprache von pädagogischen Maßnahmen, interne Fortbildung, Einführung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Absprache der Öffentlichkeitsarbeit, Vorbereitung und Reflektion der Maßnahmen, Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit, Absprache von organisatorischen Angelegenheiten, überarbeiten der gestrebten Ziele und der Konzeption usw. über alle Besprechungen sind Ergebnisprotokolle anzufertigen.

4.3 Öffentlichkeitsarbeit

Die offene Jugendarbeit tritt mit dem pädagogischen Personal und der vorhandenen Besucherschaft in die Öffentlichkeit. Denkbar ist die Beteiligung an bürgerschaftlichen Aktivitäten, die Planung und Durchführung von eigenen Maßnahmen und vieles mehr. Die Veranstaltungen der offenen Jugendarbeit sind der Öffentlichkeit in geeigneter Weise bekanntzugeben. Am Ende eines jeden Kalenderjahres ist ein Rechenschaftsbericht zu erstellen.

Das Fachpersonal der offenen Jugendarbeit unterstützt die Jugendarbeit der Verbände und Vereine auf kurzem Wege, stellt also bei Bedarf seine fachlichen und logistischen Möglichkeiten zur Verfügung. Ferner werden die herausragenden Aktivitäten freier Träger durch personelle Unterstützung in ihrem Bestand gesichert.

Die Einrichtungen der offenen Jugendarbeit sind auf die öffentliche Meinung angewiesen. Deshalb sollen sie großes Gewicht auf die Verdeutlichung ihrer Ziele und ihrer Arbeit legen, um Informationen weiterzugeben und Verständnis für die Arbeit zu wecken. Auch Verständnis für die Fragen und Probleme von Jugendlichen zu wecken und das gegenseitige Kennenlernen zu fördern gehrt dazu. Nur so ist ein Miteinander der Generationen und Nationalitäten möglich.

5. PÄDAGOGISCHE ARBEIT

5.1 Allgemeine Ziele der pädagogischen Arbeit

Die offene Jugendarbeit soll Jugendlichen eine Hilfestellung bieten, damit sie ihre alters- und lebenslagespezifischen Probleme selbst in die Hand nehmen können. Der Inhalt der pädagogischen Arbeit will den Entwicklungs- und Bildungsprozeß von Jugendlichen fördern, um sie durch den Erwerb von sozialen Kompetenzen in ein selbständiges Leben entlassen zu können. Die Jugendlichen können die Angebote mitgestalten und werden so an soziales Engagement herangeführt. Die pädagogischen Fachkräfte versuchen Freirume für Jugendliche zu schaffen, in denen sie sich selbst inszenieren können. Die Identitätsbildung der Jugendlichen in unserer pluralistischen Gesellschaft bedarf verschiedener solcher Rume, in denen Jugendliche lernen, sich auf unterschiedliche Art auszudrücken und auszuleben. Die offene Jugendarbeit trägt hier einen wichtigen Teil der Lebensbewältigung junger Menschen in einer sich schnell verändernden Gesellschaft. Dadurch wird der präventive Charakter von Jugendarbeit als Vorbereitung auf gesellschaftliches Zusammenleben immer wichtiger. Alle Jugendlichen sollen eine Unterstützung entsprechend ihren

individuellen Möglichkeiten erhalten, um sie mit lebenspraktischem Werkzeug auszustatten. Sie sollen in ihrer Selbständigkeit im Denken und Handeln erzogen und gefördert werden. Gleichzeitig wird auf die Gruppenfähigkeit geachtet, damit sich Jugendliche gemeinsam treffen und gegenseitig fördern können. Die pädagogische Arbeit soll den Jugendlichen bestehende Anforderungen und Normen bewusst machen und sie darauf vorbereiten. Das heißt, sie sollen an konkreten Beispielen Arbeitsabläufe verstehen lernen, Umwelterfahrungen sammeln, die eigene Leistungsfähigkeit einschätzen und gezielt einsetzen können sowie gesellschaftliche Zusammenhänge verstehen und nutzen können. Diese Ziele sind in den nachfolgenden Punkten nochmals einzeln aufgeführt, stehen jedoch insgesamt auf der Grundlage einer ganzheitlichen Erziehung.

5.2 Spezielle Ziele der pädagogischen Arbeit

Die einzelnen Bereiche der Jugendarbeit lassen sich in den nachfolgenden neun großen Zielgruppen zusammenfassen.

5.2.1 Jugendbildung ist ein Angebot außerhalb der allgemeinbildenden Schulen und
???? soll Bereiche des Lernens und der Umwelterfahrung abdecken, die eine
??? Regelschule aufgrund von Lehrplanvorgaben nur teilweise oder garnicht
???? behandeln kann. Die offene Jugendarbeit organisiert gezielt Referate und
???? Veranstaltungen zu Themen, die der Jugendbildung wichtig sind. Im Bereich der

auerschulischen politischen Jugendbildung will die Jugendarbeit der politischen Verweigerung oder dem politischen Extremismus durch geeignete Angebote
begegnen. Auerschulischen sozialen Jugendbildung will die Jugendarbeit der
Kriminalisierung und Ausgrenzung von bestimmten Jugendlichen durch
geeignete Angebote begegnen. auerschulischen gesundheitlichen
Jugendbildung will die Jugendarbeit mit geschlechtsspezifischer
Aufklrungsarbeit und Rauschgiftaufklrung den gesundheitlichen Risiken
unserer Zeit in jugendgerechter Form begegnen.

Auerschulischen kulturellen Jugendbildung will die Jugendarbeit
Veranstaltungen gemeinsam mit Jugendlichen organisieren und durchführen.

Auerschulischen naturkundlichen und technischen Jugendbildung will die
Jugendarbeit mit handwerklichen und künstlerischen Arbeitsgruppen einen
Beitrag leisten.

5.2.2 Jugendarbeit in Sport und Spiel bedeutet die Organisation von offenen
Arbeitsgemeinschaften in verschiedenen sportlichen Disziplinen. Das Ergebnis kann die Weitervermittlung von einzelnen Jugendlichen in bestehende Vereinsangebote sein.

5.2.3 Arbeitsweltbezogene Jugendarbeit will den Sinn und Charakter von
regelmäßiger und konsequenter Arbeit an einer bestimmten Sache anhand von Projekten vermitteln.

5.2.4 Schulbezogene Jugendarbeit will den Spaß am Lernen durch Projekte in den
Schulen wecken und gleichzeitig den Kontakt zur offenen Jugendarbeit über die Schulen herstellen.

5.2.5 Familienbezogene Jugendarbeit ist ein Angebot der pädagogischen Fachkräfte an
die Eltern, bei Bedarf mit ihnen in Kontakt zu treten und gemeinsame Erfahrungen und Gedanken auszutauschen. So können die Wüsche der Eltern in der pädagogischen Arbeit berücksichtigt werden. Ferner sollen die Eltern regelmäßig zu Veranstaltungen der Jugendarbeit eingeladen werden, um die Einrichtungen und das pädagogische Fachpersonal kennenzulernen.

5.2.6 Internationale Jugendarbeit will mit Veranstaltungen und Austauschprogrammen
das Verständnis für andere Sprachen und Kulturen wecken.

5.2.7 Jugenderholung ist die Planung von Freizeitmaßnahmen für Jugendliche unter
Hinzuziehung von ehrenamtlichen Kräften und Honorarkräften in Zusammenarbeit mit freien Trägern.

5.2.8 Jugendberatung steht allen Jugendlichen zu. Mit einem breiten Beratungsangebot
durch örtliche und überörtliche Fachkräfte will die offenen Jugendarbeit den alters- und lebenslagespezifischen Fragen von Jugendlichen begegnen können. Im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten werden wir oftmals nur auf weitere bestehende Beratungsangebote verweisen können.

5.2.9 Integrationsarbeit ist die Betreuung, Beratung und Begleitung von Jugendlichen
der Aus- und Übersiedlerfamilien. Die Hilfe zur Integration von ausländischen Jugendlichen, die sich mit ihrer heimatlichen Tradition nicht mehr identifizieren können oder wollen, sich aber gleichzeitig in den örtlichen Gegebenheiten noch nicht auskennen oder integrieren konnten, ist ein Ziel der offenen Jugendarbeit, das durch die geschickte Kombination der zuvor genannten acht Punkte erreicht werden kann.

Da diese Konzeption nur den Rahmen für die offene Jugendarbeit abstecken soll, kann die Erreichung der Ziele durch die Verteilung der Aufgaben auf das pädagogische Fachpersonal hier nicht beschrieben werden. Dafür müssen Arbeitsplatz-Beschreibungen gemacht werden. Die einzelnen Schritte in der Zielerreichung durch pädagogische Angebote, Kooperationen usw. werden ständig überarbeitet und korrigiert, weshalb sie maximal über den Zeitraum eines Jahres in einem Jahresbericht dokumentiert werden sollen.

6. ÄNDERUNG UND FORTSCHREIBUNG DER KONZEPTION

Im Interesse einer ständigen Weiterentwicklung des Aufgabenfeldes Jugendarbeit sind die öffentlichen und freien Träger und deren Mitglieder sowie die politisch Verantwortlichen zu einer Fortführung des gemeinsamen Dialoges über die Situation und die Perspektive der Jugendarbeit aufgerufen. Ein wesentlicher Diskussionspunkt in naher Zukunft könnte die Erweiterung der Konzeption um den Bereich Kinderarbeit sein. Hier muss dann sowohl inhaltlich als auch finanziell und personell nachgedacht werden.

Die Konzeption soll von den pädagogischen Fachkräften nicht nur beachtet sondern ständig beobachtet werden. Gemeint ist eine positive Kritik und Veränderung der Konzeption entsprechend den Bedürfnissen von Jugendlichen, um einen möglichst praktischen und reellen Bezug der Konzeption zur täglichen Arbeit herzustellen. Die Konzeption ist jedoch immer in Abstimmung mit den örtlichen Gremien und der Stadtverwaltung zu sehen. Die in dieser Konzeption formulierten Aufgaben und Ziele sind die Grundlage der pädagogischen Arbeit in der offene Jugendarbeit der Stadt Hechingen. Die Ziele und Aufgaben in die Praxis umzusetzen bedeutet vor allem eine Herausforderung für das hauptamtliche Personal. Die Aufgaben mit Leben und Spaß zu fällen, sich einzelne Aufgaben als persönliches Ziel zu setzen und diese Herausforderung zusammen mit Jugendlichen zu bewerkstelligen ist eines der wichtigsten Ziele der konzeptionellen Arbeit. Nicht zuletzt hängt der Erfolg dieser konzeptionellen Überlegungen und deren Durchsetzung vom Einsatz und Engagement der beteiligten Personen ab.